ZWEI PLUS ZWEI IST FÜNF

Die "Bodenkamp AG"

Technologiebeschaffung nach Art des BND (I.2):
BND und Sprachtechnologie

Update am 07.05.2015

Ausgelöst durch einen Artikel in The Intercept erwecken einige deutsche Medien in diesen Tagen den Eindruck, als sei die Auswertung gesprochener Sprache eine bahnbrechend neue Entwicklung der NSA. Lesern dieses Blogs ist längst bekannt, dass es der BND war, der in den neunziger Jahren und Anfang dieses Jahrtausends die Entwicklung der maschinellen Sprachtechnologie vorangetrieben hat.

Da die finanziellen und personellen Mittel im BND dafür nicht zur Verfügung standen, ersann der dafür zuständige BND-Direktor mit dem Decknamen “Stephan Bodenkamp” das finanzielle Perpetuum Mobile. Am Ende bedeutete dies den Untergang der belgischen Sprachtechnologie-Firma Lernout & Haupie, den Verlust von rund 6.000 Arbeitsplätzen und die Vernichtung eines Börsenkapitalwerts von rund 10 Milliarden Dollar. Das alles ist in der deutschen Presse und Politik wohlbekannt. Wird aber seit Jahren geflissentlich totgeschwiegen. Genauso wie der Versuch des BND, sich im gleichen Atemzug auch die Rechte und Nutzungsmöglichkeiten an Polygon zu verschaffen. Aus diesem Grund sei hier wieder einmal an dies alte Geschichte erinnert.

Eine Geschichte, die – das wäre neu – nach meiner Einschätzung mit dem Ende von Lernout & Hauspie und Bodenkamp’s scheinbarer Deaktivierung im Bundesnachrichtendienst nicht zu Ende war. Vieles spricht dafür, dass die seinerzeitigen Entwicklungen von L&H und der BND-nahen Gesellschaft für multilinguale Systeme (später Sail Labs) an die NSA übergegangen sind und – ziemlich wahrscheinlich – in einem fruchtbaren Joint Venture der beiden Dienste bis heute gemeinsam weiter entwickelt werden. Was vor allem für diese These spricht: Es war der BND, der die sprachtechnischen Ressourcen für Sprachen entwickelt hatte, die nicht von kommerziellem Interesse waren, wohl aber von strategischem Interesse im mittleren und fernen Osten – die Sprachen der Seidenstraße eben …

Lesen Sie im Folgenden also, wie die “Bodenkamp AG” ihren Anfang nahm …


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ZWEI PLUS ZWEI IST FÜNF

Fakten und Belege zu einer ‘Tarnfirma’ des BND

Wieder einmal antwortet die Bundesregierung nur ausweichend, schiebt “Staatswohl” und “die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland” vor, wenn sie nach Tarnfirmen der Geheimdienste gefragt wird. Dabei liegen erdrückend viele Fakten und Belege auf dem Tisch – zumindest wenn es um dem BND nahestehenden Firmen aus dem Gebiet der Sprachtechnologie geht. Unfreiwillig zwar, hatten wir mit diesen Firmen und den dafür handelnden Personen über Jahre zu tun. Und können daher “Mehr” zum Thema beitragen als die Bundesregierung, z.B. über die RADIAL Sprachtechnologie GmbH …


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Technologiebeschaffung nach Art des BND (II.2):
Bodenkamp – am Ende steht ein Strafbefehl

BND-Präsident Hanning erhält einen Brief | Erst danach nutzt Bodenkamp den gefälschten Vertrag .-.. | Staatsanwaltschaft und Bayerisches LKA werden in Marsch gesetzt. | Am Ende steht ein rechtskräftiger Strafbefehl gegen Bodenkamp – den BND-Mitarbeiter, der auch maßgeblich beteiligt war am Niedergang von Lernout & Hauspie, dem größten Bösenbetrugsskandal auf dem Europäischen Kontinent. | Damit scheitert auch “Sensus” – ein ‘Leuchtturmprojekt’ der EU für ein vielsprachiges, integiertes Informationssystem für die Polizeien im Vereinten Europa


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Word cloud for Europol

Technologiebeschaffung nach Art des BND (II.1):
Der BND, die EU-Projekte und das Europol-System

Für einen Computerlinguisten im Dienst des Bundesnachrichtendienstes wäre die bisher erzählte Geschichte rund um Metal und Lernout&Hauspie allein schon ein starkes Stück. Doch es kommt noch toller. Denn nun interessiert sich der BND-Mitarbeiter Bodenkamp auch noch für polizeiliche Informationssysteme. Und zwar im ganz großen Stil: Anschub-finanziert durch F&E-Projekte der EU und mit Europol als Ziel …


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Technologiebeschaffung nach Art des BND (I.6): Was Bodenkamp (und der BND) mit dem größten Börsenbetrugsfall in Europa zu tun haben

Das AfA als Teilnehmer an F&E-Projekten der EU | Gründung und Aufbau der ‘Bodenkamp AG': Sie hieß RADIAL … | Umsatzmanipulation bei L&H: Die Language Development Companies (LDCs) | Wall Street Journal und SEC beginnen zu ermitteln | Krisentreffen auf Capri: Bodenkamp ist dabei | Das Ende von Lernout & Hauspie | Wettbewerb zwischen Geheimdiensten: Am Ende gewannen die Amerikaner | Das Urteil gegen Stephan Bodenkamp


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Technologiebeschaffung nach Art des BND (I.5):
Der Umsatzmotor springt an bei L&H und Bodenkamp ist immer dabei

Bodenkamp kauft sich METAL | Wirtschaftliche Schwierigkeiten für die GMS und Hilfe in letzter Sekunde | Der Umsatzmotor von L&H springt an: (1) Dictation Consortium | (2) Brussels Translation Group | METAL und/oder Bodenkamp und/oder die GMS sind immer irgendwie dabei …


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POLITISCHE KONTROLLE

Logo eines kommerziellen Anbieters
Hinweise im NSA-Untersuchungsausschuss

Kommerzielle Helfer des BND bei der strategischen TKÜ

Bei der letzten Sitzung des NSA-Untersuchungsausschuss wurde ein Prüfer des BSI befragt. Der musste im Jahr 2005 ein System prüfen und zertifizieren, das den gesamten Datenverkehr filtert, der am ‘Kabel’ der Telekom im Frankfurter Internet-Knoten für den BND abgezweigt wird. Im Mittelpunkt stand ein so genannter Separator mit der sperrigen BND-Bezeichnung EVN G-10 III. Anders, als von den Abgeordneten angenommen, handelt es sich dabei jedoch weder um eine BND-Eigenentwicklung, noch um eine ‘Ausstattungshilfe’ der amerikanischen NSA. Der Zeuge lieferte vielmehr zahlreiche Hinweise darauf, dass es sich dabei um ein kommerzielles System handelt.
Etliches an seiner Beschreibung hat uns erinnert an Erfahrungen und Kontakte mit einem Vertreter der amerikanischen Firma Wildpackets aus dem Jahr 2004.
Wildpackets ist ein weltweit führender Anbieter von Systemen, die genau das leisten, was der BND da nutzt(e). Und Wildpackets beliefert – nach eigener Aussage – auch die NSA …
Fügt sich hier zusammen, was zusammen gehört?!


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Überwachung für oder durch die NSA – Teil 14: Heimlicher Ausverkauf des (Rests an) Brief- und Fernmeldegeheimnis durch die Regierung Merkel?

Der Maulwurf im BND war wohl eher ein Vorwand für die deutsche Regierung, um bei den Amerikanern Druck zu machen. Tatsächlich ging es um die alte, deutsche Forderung, in den Elitezirkel der ‘Five Eye'” aufgenommen zu werden. So berichtet es heute die US-Nachrichtenagentur Bloomberg.

Dieses intransparente Bündnis von Nachrichtendiensten lebt vom gegenseitigen Geben und Nehmen von Informationen aus technischer Aufklärung. Da deutsche Dienste wenig zu geben haben (aus Sicht der Partner), stellt sich die Frage, was sich die Regierung Merkel aus dem Beitritt erhofft. Und da kommt ein schlimmer Verdacht auf: Insbesondere die amerikanischen und britischen Dienste hätten wertvolle Handelsware: Informationen nämlich aus der flächendeckenden Überwachung deutscher Bürger und Unternehmen. Nach einem Beitritt Deutschlands zum klandestinen Bündnis wäre diese Weitergabe von Informationen vermutlich sogar “legal”:
Betreibt die Regierung Merkel also aktuell klammheimlich den Ausverkauf des Rests an Brief- und Fernmeldegeheimnis in Deutschland?!


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POLIZEI UND IT

Tipps für den Verwaltungspraktiker

Wie Sie der Wirtschaftlichkeit zum Sieg verhelfen (zumindest auf dem Papier) …

Im Rahmen unserer beliebten Reihe ‘Tipps für den Verwaltungspraktiker’ wollen wir heute die Fachleute ansprechen, die sich berufen fühlen, Aussagen zur Wirtschaftlichkeit von Projekten oder Investitionen zu machen. Das Ergebnis solcher Bemühungen, die so genannte ‘Wirtschaftlichkeitsbetrachtung’ (WiBe), ist nicht nur ein notwendiger formeller Schritt bei Investitionsvorhaben. Richtig gehandhabt, bietet eine ergebnisoptimierte WiBe auch die Gewähr dafür, dass – erstens – die Entscheider guten Gewissens für das von ihnen gewünschte Ergebnis votieren können und – zweitens – dass eine solche Entscheidung nicht im Nachhinein angegriffen werden kann.
Als der Ersteller einer solchen WiBe können Sie ganz unbesorgt sein, selbst wenn Sie nicht Betriebswirtschaft studiert haben. Erstens erhalten Sie in unserem Beitrag viele Tipps, die sich vielfach in der Praxis bewährt haben. Und ferner gilt die alte Regel: Wer liest schon mehr als die Zusammenfassung?!


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Polizei & IT | IPCC und Konsorten (6)

Offener Brief an die Polizei Hamburg

Wir hätten dem IPCC gerne einen Brief geschrieben. Und haben daher bei der Polizei Hamburg angefragt, wie man einen solchen Brief denn adressieren und wen man ansprechen soll. Schließlich hat diese im September letzten Jahres in der Hamburger Bürgerschaft erklärt, dass die IT-Kooperation beziehungsweise das IPCC zwar keine eigenständige Rechtsform habe, aber Hamburg das ‘geschäftsführende Land’ sei. Bei konkreten Anfragen versteckt sich die Polizei Hamburg dann allerdings doch lieber hinter angeblich notwendiger Geheimhaltung.
Daher dieser offene Brief …


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