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BOS in Brandenburg: Besser im Freien, wenn ‚was passiert?!

12. Juni 2013 | Von | Kategorie: GROSSPROJEKTE

Über die Einführung des BOS in Brandenburg hatten wir vor einigen Wochen bereits berichtet.

Über den aktuellen Ausbaustand, auch für Brandenburg, gibt es auf dieser Seite eine Zusammenfassung, zumindest was den Netzausbau und die Inbetriebnahme angeht. .

Fragen wirft nach wie vor das Thema des BOS-Funks in großen, meist öffentlichen Gebäuden auf, wie z.B. in Straßen- und Bahntunnels, in Einkaufszentren, Behörden- und Schulkomplexen, Krankenhäusern, Altenheimen, psychiatrischen Anstalten etc., kurz also: In den vielen Bauwerken, in denen sich aus Sicht von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten zu viele Menschen aufhalten, wenn „etwas passiert“.

Auf der Webseite der BDBOS, das ist die BOS-Bundesanstalt („sie heißt offiziell: „Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben“) finden sich zur so genannten Objektversorgung die folgenden Erläuterungen:

Die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) verbinden mit einem bundesweit einheitlichen digitalen Sprech- und Datenfunksystem (Digitalfunk BOS) auch die Funkversorgung von einsatztaktisch wichtigen Gebäuden und Bauwerken (Objekten). In zahlreichen Objekten ergibt sich durch die Freifeldfunkversorgung bereits eine Gebäudeinnenversorgung. Je nach Gebäudebeschaffenheit (Stahlbeton, metallbedampfte Fenster usw.) und Entfernung zur Basisstation wird die Versorgung von außen nur einen Teil des Gebäudes abdecken. Deshalb werden bei einer Vielzahl von Objekten zusätzliche technische Maßnahmen durch Gebäudefunkanlagen erforderlich sein, um eine ausreichende Versorgung im Inneren zu erreichen. Dies bezeichnet man als Objektversorgung.
Die Gewährleistung einer umfassenden Funkversorgung von Gebäuden und Bauwerken obliegt aus vielfältigen Gründen (Brandschutz, Sicherheit und weitergehende Aspekte) den Betreibern dieser Objekte. Die BDBOS hat deshalb alle notwendigen Voraussetzungen geschaffen, dass auch Gebäudeeigentümer oder Betreiber (sogenannte Dritte) ihre Objekte und Anlagen für das neue Kommunikationszeitalter fit machen können. Dafür wurde unter anderem ein Leitfaden zur Objektversorgung erarbeitet, der die Planung und Beschaffung digitaler Gebäudefunkanlagen unterstützen soll (siehe nachfolgende Dokumente zum Download).

Wie ist der Sachstand in der Realisierung der Objektversorgung?
Mittlerweile wurden die ersten Objektfunkanlagen realisiert und in Betrieb genommen. So sind in Berlin bereits das Olympiastadion sowie mehrere Verwaltungsgebäude, Hotelbauten und Einkaufszentren und in Baden-Württemberg ein erster Bundesstraßentunnel versorgt. Seit dem 20. Juni 2011 können Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst in Hamburg den 2010 in Betrieb genommenen Digitalfunk BOS nun auch in den insgesamt ca. 40 Kilometer langen Tunnelanlagen, in den U-Bahnhöfen und in den fahrenden U-Bahn-Zügen nutzen.
In München ist ein Komplex von 11 Straßentunneln mit dem Digitalfunk BOS ertüchtigt worden, der bis Ende 2011 in den Betrieb gehen wird. Mit der Inbetriebnahme des Flughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt sowie dem zugehörigen unterirdischen Bahnhofs- und Tunnelkomplex wird auch hier der Digitalfunk BOS verfügbar sein.
Weitere Anlagen sind unter anderem in Berlin, Köln, Hannover und Leipzig in der Planungsphase. Eine wesentliche Aufgabe der BDBOS besteht nun darin die Rückwirkungsfreiheit dieser Anlagen zur Objektversorgung auf das Freifeld zu gewährleisten. Für diese Aufgabe wurde bei der BDBOS das Teilprojekt Objektversorgung eingerichtet.

Natürlich ist es beruhigend, dass einige Objekte in Berlin, Hamburg und München „ertüchtigt“ wurden. Aus Brandenburgischer Sicht bleibt dennoch die eine oder andere, weitere Frage:

Zum Beispiel die,

  • welche „Objekte“ nun eigentlich ganz konkret in Brandenburg ausgestattet werden müssen mit eigenen Gebäudefunkanlagen?
  • wie es aktuell steht mit der Ausstattung dieser Objekte? Wie viele sind schon ausgestattet? Wie viele müssen noch und bei wie vielen ist noch überhaupt nichts in Planung?
  • wie sieht es insbesondere aus mit solchen Objekten, deren Eigentumer nicht mehr durch die aktuelle Bauordnung des Landes zur Nachrüstung verpflichtet werden können, z.B., weil Sanssouci oder die Heilstätten Beelitz längst errichtet war, als diese Bauordnung erlassen wurde …?
  • wo und wie eigentlich geregelt ist, dass die Gebäudefunkanlagen auch tauglich sind für die polizeiliche Nutzung? Denn in den einschlägigen Dokumenten im Internet (, die häufig von den Feuerwehren stammen) ist i.d.R auch nur von der funktechnischen Anbindung der Feuerwehr die Rede.
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