INFORMATIONSTECHNIK

Ist eine Rasterung in der Intensivtäterdatei WED geplant?

Beabsichtigte Strafverschärfung bei Wohnungseinbruch kann zu massenhafter Funkzellenabfrage führen

2. Dezember 2016 | Von

Jeder Wohnungseinbruch(sversuch) soll in Zukunft als ’schwere Straftat‘ verfolgt und mit einer Mindeststrafe von einem Jahr Haft geahndet werden. Mit diesem taktischen Schachzug wollen die Innenminister der Länder und des Bundes erreichen, dass Polizei im Fall des Wohnungseinbruchs eine Funkzellenabfrage durchführen kann.
Bei allem Verständnis für die Nöte von Einbruchsopfern. Doch dieser Vorschlag könnte – bei 160.000 Fällen von Wohnungseinbruch im vergangenen Jahr – auf eine enorme Ausweitung der Telekommmunikationsüberwachung hinauslaufen. Sollen die so gewonnenen Daten in der „Intensivtäterdatei WED“ gesammelt werden?



Vorstellung der "Saarbrücker Agenda zur Digitalisierung der Inneren Sicherheit"

Innenministerkonferenz beschließt „grundlegende Modernisierung des Informationsmanagements der deutschen Polizei“

30. November 2016 | Von

— Update vom 1.12.2016, 04.30 Uhr —
Bei der Abschluss-Pressekonferenz der Herbsttagung der Innenminister kündigten der IMK- Vorsitzende und der Bundesinnenminister ein „fachliches und technisches Gesamtsystem“ für die Polizei der Länder und des Bundes an. Was da mit großem Optimismus vorgetragen wurde (wir dokumentierten den Originalton …), verschleiert völlig, dass
das aktuelle Projekt mit dem gleichen Ziel – es heißt Polizeilicher Informations- und Analyseverbund (PIAV) – komplett gescheitert ist,
und dass es bei der aktuellen desaströsen Situation des Informationsaustauschs zwischen Bund und Ländern noch auf Jahre bleiben wird.



Fakten zum Informationsaustausch der Polizeien in Deutschland

Die aktuelle Situation ist ein Desaster

20. Juni 2016 | Von

Auf Nachfrage von POLICE-IT liegen weitere Antworten vor aus dem Bundesinnenministerium zu den Möglichkeiten und den Grad des Teilens von Information zwischen Polizeibehörden von Bund und Ländern. Demnach herrschen beim Informationsaustausch der deutschen Polizeibehörden vorsintflutliche Zustände. Manuelles Abtippen von Informationen, die im landeseigenen System längst erfasst und gespeichert sind, ist die Regel in den meisten Ländern. Es gibt keine einzige Verbunddatei, an die alle Länder zeitnah, weil automatisiert, Informationen anliefern. Besonders bei den Fallbearbeitungssystemen des Marktführers, der Firma Rola, ist „Retro“ Trumpf, also die manuelle Erfassung.
POLICE-IT fragt: Welche Ursachen gibt es für dieses Desaster?



... unter dem Deckmantel der Terrorismusbekämpfung

Politisch motivierter Datenhandel

14. Juni 2016 | Von

Informationsaustausch – diesen Begriff hat Bundesinnenminister De Maizière seit einigen Wochen in sein Herz geschlossen hat. Aktuell propagiert er den Informationsaustausch zwischen deutschen und ausländischen Nachrichtendiensten. Das sei angeblich notwendig zur „Bekämpfung des internationalen Terrorismus“.
Dahinter steckt die Absicht, dass Informationen mit ausländischen Nachrichtendiensten geteilt werden dürfen, die von deutschen Polizeien und Nachrichtendiensten gesammelt wurden. Welche ausländischen Dienste das sein sollen, steht so klar nicht im Gesetz. Wie und warum das der Bekämpfung des Terrorismus dienen soll, findet man auch nicht im Gesetzentwurf. „Bekämpfung des Terrorismus“ kommt ohnehin nur einmal vor – nämlich in der Überschrift. Das soll wohl reichen, um Abgeordnete, die nicht mehr Zeit haben, als die Überschrift zu lesen, zur Zustimmung zu bewegen …



Hart an der Grenze zur Bankrotterklärung

Innenministerium erklärt: Informationsaustausch weitgehend „zu Fuß“

24. Mai 2016 | Von

Ein effektiver und zeitnaher „elektronischer“ Informationsaustausch zwischen den Polizeibehörden der Länder und des Bundes funktioniert nicht einmal ansatzweise. Dafür liefert das Bundesinnenministerium In der Antwort auf eine Kleine Anfrage im Bundestag zahlreiche Beispiele und Belege.
Verstömt aber dennoch große Zuversicht, wenn es um PIAV, den Polizeilichen Informations- und Analyseverbund geht:
Denn [für das mögliche Scheitern] „sind keine Indikatoren feststellbar, die diese hypothetische Annahme stützen.“



Wem nützt dieser Vorschlag des Bund Deutscher Kriminalbeamter?

BDK zweifelt am Erfolg des PIAV, will zentrales Fallbearbeitungssystem beim BKA

3. April 2016 | Von

Nicht funktionierender polizeilicher Informationsaustausch: Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) liefert haarsträubende Beispiele | Fraglich, ob der polizeiliche Informations- und Analyseverbund jemals voll einsatzfähig sein wird. | Neuer Vorschlag: Zentrales Fallbearbeitungssystem beim BKA für die Länder, die nicht mit dem System des Marktführers arbeiten. | Was soll dadurch besser werden? | Welche Interessen verfolgt der BDK?



Informationssysteme der Polizei in Deutschland miserabel gerüstet für notwendigen Informationsaustausch

Reine Schaufensterpolitik: De Maizière will „ran an die Datentöpfe“

23. März 2016 | Von

„Ran an die Datentöpfe“ will er, der Bundesinnenminister. Und meint damit einen umfassenden Informationsaustausch mit den Sicherheitsbehörden anderer Länder in Europa.
Dabei kann es sich nur um Scheinargumente handeln oder um Meinungsmache. Denn der Minister weiß selbst am besten, dass Informationsaustausch selbst banalster Art noch nicht einmal zwischen den Polizeibehörden in Deutschland funktioniert.
Weiterlesen auf dem Blog POLICE-IT …



Wie Arbeitsteiligkeit in der Polizei durch ein polizeiliches Informationssystem mit Workflow-Funktionen unterstützt wird

Workflow in polizeilichen Informationssystemen

4. Februar 2016 | Von
(c) Fotolia / vallepu

Polizei leidet nicht nur unter zu wenig Personal, sondern auch unter völlig unzureichender informationstechnischer Ausstattung. Arbeitsteiliges Arbeiten und Workflow werden längst nicht in dem Maße unterstützt, wie dies notwendig und sinnvoll wäre. Doppel- und Dreifacherfassung der an sich gleichen Informationen ließen sich dadurch vermeiden. Und die notwendige Information stünde quasi „in real time“ an dem Arbeitsplatz zur Verfügung, wo sie gebraucht und genutzt wird.
Der folgende Beitrag zeigt anhand einiger Beispiele aus der Praxis, dass und wie es möglich ist, arbeitsteilliges Arbeiten in einer verteilten Polizeiorganisation durch ein polizeiliches Informationssystem effektiv zu unterstützen und zwar anhand von Anwendungen, die sich seit Jahren in der Praxis bewähren.



Informationstechnik | Wunderwelt der Datenbanken der Sicherheitsbehörden

Die Mär von der fehlenden ’statistischen Erfassung‘

19. Mai 2014 | Von

Ist es „nur“ Inkompetenz? Oder ist es absichtliches Für-Dumm-Verkaufen, was die Bundesregierung immer wieder abliefert in Antworten auf Anfragen im Deutschen Bundestag. Eine Antwort des Bundesinnenministerium wirft diese Frage auf und das nicht zum ersten Mal.



Informationstechnik | Wunderwelt der Datenbanken der Sicherheitsbehörden

Deutsche Sicherheitsbehörden haben nur ‚Dateien‘

14. Mai 2014 | Von

Im Bundesinnenministerium muss es ein Nest geben: Von Fachleuten, die sich intensiv Gedanken gemacht haben darüber, wie Datenbanken so funktionieren, insbesondere die Datenbanken des Bundeskriminalamts und die der sonstigen Sicherheitsbehörden. Die Ergebnisse ihrer Überlegungen teilen sie mit, wenn auch nicht gerade gerne.
In dem einen oder anderen Punkt unterscheiden sich diese Ansichten von dem, was man als ’normaler Bürger‘ so kennt und weiß über Datenbanken …