PROJEKTMANAGEMENT

Vor der Abstimmung im Bundestag über die Privatisierung der Fernstraßen

Dobrindt hat wesentliche Tatsachen verschwiegen

29. August 2017 | Von

Es wird eng für den Bundesverkehrsminister. Der noch im Frühsommer gegenüber Öffentlichkeit und Bundestag in prächtigen Farben die Vorteile einer (weiteren) Privatisierung der Bundesfernstraßen an die Wand gemalt hat. Womit er ja auch Erfolg hatte. Dabei aber offensichtlich verschwiegen hat, dass sich der Betreiber eines Paradeprojekts der frühen Autobahnprivatisierung, die A1/Hansalinie zwischen Hamburg und Bremen, schon seit Jahren in gravierender finanzieller Schieflage befindet. Denn die tatsächliche Situation war seit Jahren zu erkennen: Sie ergibt sich aus Pflichtveröffentlichungen der Betreibergesellschaft, die für jedermann einsehbar sind …



Verlierer beim Poker zwischen Bund und Betreibergesellschaft ist der Steuerzahler

Autobahn A1 – Hansalinie – in Finanznöten

23. August 2017 | Von

Die Hansalinie, Autobahn zwischen Hamburg und Bremen, ist für die Betreibergesellschaft ein Verlustgeschäft – sagt diese. Sie suchte daher Verhandlungen mit dem Bund über eine andere Erlösverteilung für die Einnahmen aus der LKW-Maut. Denn sonst drohe in kurzer Zeit die Insolvenz, sagt die Gesellschaft. Der Bund scheint das aussitzen zu wollen. Schließlich ist bald Bundestagswahl. Den hohen Einsatz für dieses Poker“spiel“ wird wieder einmal der Steuerzahler aufzubringen haben.



Wirtschaftlichkeit | Tipps für den Verwaltungspraktiker

Tipps zur Erstellung ergebnisoptimierter Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen – Teil 2

20. Juli 2016 | Von

In diesem Teil unserer beliebten ‚Tipps für den Verwaltungspraktiker‘ wenden wir uns an die Experten zur Erstellung von Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen. Sie erhalten hier das notwendige Rüstzeug und lernen in der Praxis bewährte Verfahren kennen, wie man ungewünschte Alternativen für Beschaffung bzw. Betrieb von IT-Systemen garantiert unwirtschaftlich und das politisch längst entschiedene Wunschergebnis im wirtschaftlich besten Licht erstrahlen lassen kann.



Projektmanagement | Wirtschaftlichkeit

Teure Sache: Polizeivollzugsbeamte als IT-Dienstleister

30. März 2015 | Von

IT-Kooperationen zwischen den Polizeibehörden verschiedener Bundesländer erfreuen sich großer Beliebtheit. Der jährliche Kostenbeitrag, den ein Konsorte an die Kooperation zu zahlen habe, sei nämlich unschlagbar günstig im Vergleich mit einem vergleichbaren Produkt, das sich die Behörde auf dem freien Markt besorgen könne.
Dieser „Preis“-vorteil liegt einerseits daran, dass in erheblichem Umfang gut ausgebildete Polizeivollzugsbeamte in den IT-Fachabteilungen der Behörden beschäftigt werden. Abgesehen davon, dass solche „nicht haushaltswirksamen“ Personalkosten nicht in die Preisbildung einfließen, hat der Landesrechnungshof Hamburg schon vor Jahren belegt, dass ein spezifisch ausgebildeter Polizeivollzugsbeamter wesentlich teurer ist, als ein Verwaltungsbeamter.



Projektmanagement | Wirtschaftlichkeit

Wie Sie der Wirtschaftlichkeit zum Sieg verhelfen (zumindest auf dem Papier) …

27. März 2015 | Von

Im Rahmen unserer beliebten Reihe ‚Tipps für den Verwaltungspraktiker‘ wollen wir heute die Fachleute ansprechen, die sich berufen fühlen, Aussagen zur Wirtschaftlichkeit von Projekten oder Investitionen zu machen. Das Ergebnis solcher Bemühungen, die so genannte ‚Wirtschaftlichkeitsbetrachtung‘ (WiBe), ist nicht nur ein notwendiger formeller Schritt bei Investitionsvorhaben. Richtig gehandhabt, bietet eine ergebnisoptimierte WiBe auch die Gewähr dafür, dass – erstens – die Entscheider guten Gewissens für das von ihnen gewünschte Ergebnis votieren können und – zweitens – dass eine solche Entscheidung nicht im Nachhinein angegriffen werden kann.
Als der Ersteller einer solchen WiBe können Sie ganz unbesorgt sein, selbst wenn Sie nicht Betriebswirtschaft studiert haben. Erstens erhalten Sie in unserem Beitrag viele Tipps, die sich vielfach in der Praxis bewährt haben. Und ferner gilt die alte Regel: Wer liest schon mehr als die Zusammenfassung?!



Projektmanagement | IT-Projekte

Massive Kritik des Bundesrechungshofs am IT-Projektmanagement der Bundesregierung

23. Oktober 2014 | Von

Der Haushaltsausschuss hatte wohl die Nase voll von Kostenexplosionen im Zusammenhang mit den ‚Netzen des Bundes‘. Und verlangte von der Bundesregierung einen umfassenden Bericht. Den wiederum prüfte und kommentierte der Bundesrechnungshof und kam zu drastischen Urteilen, die er auch ungewöhnlich deutlich formulierte: Vor allem über das IT-Projektmanagement des BMI. Hier sind die wesentlichen Passagen …



Großprojekte | Digitalfunk BOS

Systembedingt?!Funklöcher im BOS;Dekretismus im Ministerium und die Digitale Agenda

26. August 2014 | Von

Eigentlich sollte die deutsche Polizei schon bei der Fußball-Weltmeisterschaft flächendeckend ausgestattet sein mit BOS – dem digitalen Behördenfunk. Wir reden allerdings von der WM vor acht Jahren. Doch einsatzfertig ist der BOS noch immer nicht. Aktuelle Tests, z.B. in Berlin, weisen Babykrankheiten und Funklöcher auf. Das Bundesinnenministerium ficht das jedoch nicht: Dort verfügt man einfach, dass die Polizei ab 2015 digital zu funken hat. Diese auch in anderen Innenministerien anzutreffende Form des Dekretismus könnte fatale Folgen haben für die jüngst vorgestellte Digitale Agenda.



Projektmanagement | IT-Projekte

Die Bundestagsverwaltung war schon mal besser: Wie Untersuchungsausschüsse vor mehr als zwanzig Jahren ausgestattet werden konnten …

16. Juli 2014 | Von

Man darf gespannt sein, wann der Vorschlag mit den Brieftauben kommt für die „sichere“ Kommunikation der Mitglieder des NSA-Untersuchungsausschuss. Denn der Vorschlag, auf „mechanische Schreibmaschinen“ umzusteigen, soll tatsächlich schon ventiliert worden sein.
Bevor sich technisch überforderte Ausschussmitglieder weiterhin in Phantasien ergehen, wollen wir einen Blick darauf werfen, was im Deutschen Bundestag vor mehr als 20 Jahren technisch und logistisch möglich war, um einen Untersuchungsausschuss auszustatten, der seinerzeit politisch von der Regierungsmehrheit erwünscht war.
Wir waren federführend beteiligt an der Entwicklung des IT-Systems für den damaligen „Schalck-Golodkowski-Untersuchungsausschuss. insofern ist dies ein ‚Bericht aus erster Hand: …



Projektmanagement | Großprojekte

Aus den Fehlern beim BER lernen – oderCheckliste für schlechtes Management

14. April 2014 | Von

„Aus Fehlern lernen“ ist in Deutschland nicht sehr populär. Doch wäre dies wenigstens noch etwas Positives, das man dem allmählich sinkenden Schiff BER – Flughafen Berlin Brandenburg – noch abgewinnen könnte. Die Öffentlichkeit verdankt nämlich Harald Siegle, bis vor kurzem Leiter der Abteilung ‚Real Estate‘ bei der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB GmbH), eine wohltuend unaufgeregte und systematische Darstellung von vielem, was beim Bau und Betrieb des BER schief läuft. …
Dass wir dieses Thema aufgreifen, liegt an seinem Lernpotenzial: Es zeigen sich nämlich zahlreiche Parallelen zwischen dem Projekt ‚Errichtung des Großflughafens Berlin-Brandenburg‘ und der Planung und Durchführung von aktuellen IT-Großprojekten von Polizeibehörden des Bundes und der Länder. Die detailliert beschriebenen Mängel in der Aufbauorganisation beim Betrieb des ‚BER‘ erinnern an Erscheinungen in den Aufbauorganisationen der Polizeibehörden der Länder, die in jüngster Vergangenheit einer Polizeistrukturreform unterworfen sind.
Es wäre schade, wenn die Chance vertan würde, dass auch andere Projekte und Organisationen aus den Fehlern beim BER lernen.



Projektmanagement | IT-Projekte

Politik und schwarze Schwäne: Kosten- und Zeitkalkulationen in IT-Projekten

5. November 2013 | Von

1.471 IT-Projekte mit einem Gesamtwert von 241 Milliarden Dollar hat eine Arbeitsgruppe an der University of Oxford untersucht, um Antworten auf die Fragen zu finden:
Was ist normale Projektdurchführung, was ist Irreführung und was Betrug?
Herausgekommen ist, dass solche Projekte in der Entscheidungsphase von der Politik und ihren Absichten determiniert werden.
In der Umsetzungsphase sind es dann die ‚Macher‘,die blind sind [sein müssen?!] gegenüber Risiken und ’schwarzen Schwänen‘ [, das sind gänzlich für unwahrscheinlich gehaltene Ereignisse] und die sich weigern, ein mögliches dickes Ende für ‚ihr‘ Projekt mit ins Kalkül zu ziehen. Also wird es fortgesetzt – in vielen Fällen: Koste es, was es wolle …