Aktuelles & News 23.05.2013

23. Mai 2013 | Von | Kategorie: BRANDENBURG

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Polizisten-Ausbildung

Eklatante Unterschiede in der Beurteilung des Ergebnis der polizeilichen Ausbildung in Brandenburg kamen in den letzten Wochen zutage:

„Große Nachteile für die Qualität der kriminalistischen Ermittlungsarbeit ..“ sieht der Ltd. Oberstaatsanwalt von Cottbus, Bernhard Brocher und fordert, die einheitliche Ausbildung von Kriminal- und Schutzpolizisten in Brandenburg abzuschaffen.

Generalstaatsanwalt Erardo Rautenberg, von den Potsdamer Neuesten Nachrichten auf diese Kritik angesprochen, bekräftigt Brocher’s Meinung und bezeichnet die Einheitsausbildung der Polizisten gar als „Katastrophe für die Strafverfolgung“.

Aufmunterung und Ansporn für den künftigen Berufsweg gab es dagegen bei der Vereidigung von 156 Anwärtern des mittleren und gehobenen Polizeivollzugsdienstes an der Fachhochschule der Polizei des Landes: „Sie sind es, die dem Rechtsstaat Ihr [?] Gesicht geben“ unterstrich der Landespolizeipfarrer. „Handeln Sie mit Intelligenz, Weitblick und Sensibilität, seien Sie engagiert und wissbegierig“, ermunterte der Innenminister.

Das und die zeitnah zu erwartenden ersten Arbeitsergebnisse der neuen Anwärter wird sicher auch den Generalstaatsanwalt bald schon wieder von seiner harschen Meinung abbringen …

Gewalt gegen Polizeibeamte

Beamte aus Brandenburg werden immer häufiger gewaltsam attackiert und die Täter werden immer brutaler – berichtet die Märkische Allgemeine: 2011 seien 884, also etwa 11% der rund 8.000 Polizeibeamten „Opfer einer gewaltsamen Attacke“ geworden. Die Folge waren:

  • 2 Schwerverletzte und
  • 195 leichtverletze Polizisten, sowie
  • 589 Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft, also rund 3 pro Verletzungsfall.

Innenminister Woidke nimmt die Entwicklung ernst und fordert mehr Rückhalt der Beamten in der Bevölkerung. Auch der GdP-Landesvorsitzende ist besorgt, dass sich die Gewalt noch verschärft.

Nahezu zeitgleich lässt die gleiche Zeitung auch Prof. Rafael Behr von der Polizeihochschule in Hamburg zu Wort kommen: Der führt aus, dass die Statistiken mehr Gewalt gegen Polizeibeamte nicht hergeben. Was zugenommen habe sei das „Jammern von Funktionären“ über zunehmende Gewalt. Gewalt sei die „bewusste, physische Schädigung eines Menschen“, Unbotmäßigkeiten, Frechheiten und aggressive Kommunikation gehörten dagegen zum Alltag eines Polizisten. Junge Polizisten machten sich keine Vorstellung davon, was auf sie zukommt. Daher fordert er eine Neuorientierung der Polizei und wesentlich bessere Ausbildung junger Polizisten auf die „Situation auf der Straße“.

Prof. Rafael Behr war vor seinem Studium der Soziologie selbst mehr als 15 Jahr lang Polizeibeamter; er leitet den Studiengang Polizei an der Hochschule der Polizei in Hamburg. Die berufliche Vita von Prof. Behr finden Sie hier, Links zu seinen, sehr lesenwerten Aufsätzen über Kommunikationsverhalten und Organisationskultur der Polizei enthält diese Übersicht.

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