Aktuelles & News 04.06.2013

4. Juni 2013 | Von | Kategorie: BRANDENBURG

Die Rubrik „Aktuelles & News…“ enthält Verweise auf Beiträge bzw. Artikel in anderen Medien, auf die wir gestoßen sind und die wir für relevant halten und für potenziell interessant für Sie. Was dort berichtet bzw. kommentiert wird, stellt nicht zwangsläufig unsere Meinung dar. Wir kommentieren, wo wir dies für notwendig halten.

Gemessene Interventionszeiten

Die Märkische Allgemeine greift eine parlamentarische Anfrage zu Einsatzzahlen und Interventionszeiten auf: Innerhalb von 15 Minuten nach Alarmierung wurden

  • 2008 noch 120.000 Einsatzorte ereicht (=41,6%),
  • 2012 dagegen nur noch 86.000 (=34,2%).
  • Eine dreiviertel- bis zu eineinhalb Stunden dauerte es dagegen

  • 2008 in 11,2% der Einsatzfälle,
  • 2012 stieg diese Zahl auf 14,8 Prozent

Gefühlte Interventionszeiten

Die Potsdamer Neuesten Nachrichten berichten über einen Dauer-Betroffenen: Einen Unternehmer aus Werder, der „im Schnitt alle zwei Wochen Anzeige erstatten muss“, weil auf Baustellen Diesel abgezapft wird bzw. allein auf seinem – an sich gut gesicherten – Betriebshof seit April dreimal eingebrochen wurde. Er habe nach einem Anruf zwei Stunden gewartet, bis der Streifenwagen eintraf, nach weiteren drei Stunden sei dann auch die Spurensicherung am Tatort gewesen. In der Zeit war der Betrieb lahmgelegt.
Dass der Unternehmer mit seinen Erfahrungen nicht allein steht, belegt ein Bericht der MDR-Magazins Fakt, der im Februar ausgestrahlt wurde. Dort kommen Betroffene, aber auch Polizisten zu Wort, die darüber berichten, dass Polizei häufig sehr spät, mitunter auch gar nicht kommt.

Empfohlene Selbsthilfe

Insbesondere Wohnungseinbrüche stellen ein zunehmendes Problem dar. Lokale Polizeidienststellen in Brandenburg leisten da zunehmend technische Aufklärungsarbeit, wie in den letzten Wochen mehrfach in der Lokalpresse berichtet wurde. [Ob allerdings technische Beratung über Sicherheitstechnik beim Hausbau, Nachrüstmöglichkeiten für Fenster und Türen, Sicherheitsklassen und DIN-Normen wirklich von Polizisten geleistet werden muss, und nicht auch von neutralen Beratungsstellen übernommen werden kann, wäre zu diskutieren.]

Auch die Welt nimmt sich in der Ausgabe vom letzten Wochenende des Themas an und behauptet, „weil (!) effektiver Schutz [vor Einbrüchen] in Deutschland vernachlässigt wird, steigt die Zahl der Einbrüche.“ Das wird die vielen Wohnungsmieter sicher motivieren, einige hundert Euro zu investieren, um Fenster und Türen auf eigene Kosten einbuchshemmend nachzurüsten.

Ebenfalls ein Problem mit den Fenstern ..

… gab es beim Polizeirevier in Bad Freienwalde. Ein Fenster war dort aus dem Rahmen gekippt und mit großem Knall auf dem Bürgersteig zerschellt, berichtet die Märkische Oderzeitung. Verletzt wurde niemand – abgesehen vielleicht vom Ansehen des Staates in der Bevölkerung.

Moderne Hilfsmittel zur Selbsthilfe

„Wer unterwegs ist und den direkten Weg zur nächstgelegenen Polizeidienststelle sucht, findet diesen in Zukunft mit einer Fingerbewegung“ – so liest man in einer Pressemitteilung des Brandenburgischen Innenministeriums. Vorausgesetzt, man nennt ein Apple iPhone sein eigen und hat sich die „Polizei-App“ rechtzeitig heruntergeladen und installiert, die der ZDPol gemeinsam mit der FHPol entwickelt hat. Sie bietet einen „Dienststellenfinder“ [sicherlich mit Öffnungszeiten?!], weist den richtigen Anfahrtsweg dorthin und offeriert aktuelle Polizeimeldungen und -fahndungen, Warndienste und ein „Notruftelefon“. Nach der Internetwache ist das der nächste Schritt zur multimedialen Online-Polizei. Was allerdings die Notruf-Funktion angeht: Bei meinem Handy (kein iPhone!) muss man ganz vorsintflutlich zweimal die 1- und einmal die 0-Taste drücken, um einen Notruf auszulösen. Ob die Polizei in Brandenburg schneller kommt, wenn sie per Polizei-App gerufen wird?!

Umfrage des RBB: Brandenburger setzen auf mehr Polizei

Ganz aktuell, liefert rbb-online noch eine Umfrage zur Stimmung im Lande Brandenburg beim Thema (Grenz-)Kriminalität: 91% der Befragten fordern generell mehr Polizei bei der Bekämpfung von Kriminalität, 89% wünschen sich häufigere Polizeikontrollen an der Grenze und 88% gemeinsame Streifen von deutschen und polnischen Polizisten. Eine Verlagerung dieser Aufgaben in den privaten Bereich, z.B. durch Bürgerwehren, findet dagegen keine Mehrheit.

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