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Ein Hund spart Vier – Beitrag zur PSR2020

21. April 2013 | Von | Kategorie: BRANDENBURG

Zu den Vollzugskräften der brandenburgischen Polizei zählen aktuell 66 (einsetzbare) Diensthunde-/Führer-Paare, sagt das MI in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage des Abgeordneten der Linksfraktion, Jürgen Maresch. 2009 waren es noch 105 Paare, bis 2020 sollen weitere 14 abgebaut werden.

Die typischen Befindlichkeiten von direkt Betroffenen seien kurz gewürdigt:

  • Der Hundeführer, heute 44 Jahre alt, der weiß, dass nach seinem aktuellen Diensthund kein weiterer mehr kommen wird. Umsatteln – mit seinen Fähigkeiten – wohin?! Es gibt zwar noch ein Staatsgestüt in Brandenburg, aber keine „Berittene“ mehr …
  • Diensthund Alex, der, bald achtjährig, demnächst seinem Hunde-Rentnerleben bei seinem Führer-Partner entgegensieht und (auch wenn er dies nie offen zugeben würde,) ganz froh darüber ist, die ungeteilte Aufmerksamkeit seines Chefs und seiner Familie genießen zu können, ohne dass sich ein vorlauter Diensthunde-Aspiranten-Jünglings-Hund ständig dazwischendrängt.
  • Ein weiterer Züchter von Gebrauchshunden, der – mangels Absatz – darauf verzichtet, seine Hündin in diesem Frühjahr decken zu lassen. Er wird dann wohl im nächsten Jahr ganz aufhören mit der Zucht …

Der Diensthund (mit Führer) im Lichte der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung

Fachquellen besagen, dass ein Polizei-Hund/Hundeführer-Gespann gleichzusetzen ist mit 4 Polizei-Vollzugsbeamten, daher „ein Hund spart Vier“.
Die Einsparung von einem Hund (nebst Hundeführer als solchem) kann daher – im Rahmen der von Polizei-Strategen so geschätzten Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen – gleichgesetzt werden mit der Einsparung von vier Vollzugskräften – (und um den Verbleib des Hundeführers wollen wir uns unter Aspekten der Wirtschaftlichkeit nicht kümmern.) Merken wir uns daher als Kurzformel: „Ein Hund spart Vier!
Die bisher schon der Reduktion zugeführten Hunde-/Führergespanne (von 105 im Jahr 2009) auf aktuell 66 (= -39) lassen sich somit in die entsprechenden Erfolgsrechnungen für die PSR2020 übertragen mit eingesparten (39 * 4) = 156 Vollzugskräften.

Jeder Gewerkschaftsvertreter wird zustimmen müssen, dass Diensthunde somit einen aufopferungsvollen Beitrag leisten zur Darstellung der Erfolge auf dem Weg zur PSR2020 in der Wirklichkeit und auf dem Papier, ohne tatsächlich Polizeivollzugskräfte „zu kosten“.
Insofern sei den Führen ein dreifach herzliches „Wohlauf“ und ihren Hunden ein ebenso herzliches Wau-Wau zugerufen.

Zu prüfen wäre, ob nicht das Konzept „Ein Hund spart Vier“ das Potenzial hat für wesentlich breiteren Einsatz im Rahmen der PSR2020.

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