Brandenburg | Polizei

Unter dem Gesichtspunkt der Gefahrenabwehr: Polizei ließ Leichnam liegen

28. Juni 2015 | Von | Kategorie: BRANDENBURG

Ziemlich eng wurde der Begriff ‚Gefahrenabwehr‘ vom Leiter der Hennigsdorfer Polizeiwache ausgelegt. Der entschied nämlich, dass ein verstorbener Mann über Nacht in der Wohnung liegen bleibt, da „von dem Leichnam keine Gefahr ausging“ [1].

Was war vorausgegangen

Der später Verstorbene hatte noch selbst die Rettungsleitstelle angerufen, weil er sich nicht mehr bewegen konnte. Die Feuerwehr öffnete die Wohnung, der Notarzt wurde tätig, konnte allerdings nicht verhindern, dass der Mann verstarb. Nun wäre das Ordnungsamt am Zug gewesen, um den Bestatter zu rufen. Das Amt jedoch war nicht besetzt, sodass die Polizei hätte tätig werden müssen.
Der Leiter der Wache entschied jedoch: Der Leichnam bleibt in der Wohnung.

Bedenkenswert, gerade im Zuge der Polizeistrukturreform

Der Fall könnte als Beispiel herangezogen werden, um die ohnehin strapazierte Personalkapazität im Bereich der kriminaltechnischen Tatortsicherung effektiver zu machen. Nach dem Motto: Wenn der/die Geschädigte definitiv tot ist, geht keine Gefahr mehr von ihm/ihr aus. Und Maßnahmen zur Strafverfolgung müssen eben warten …

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Quelle zu diesem Artikel

[1]   Polizei lässt Leichnam liegen, 26.06.2015, Märkische Oder-Zeitung
http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1401176

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