Direkt gefragt 03.2013: Heute zum Thema Schnelligkeit und Komfort bei der Erfassung

28. Mai 2013 | Von | Kategorie: POLYGON-NEWS

Fragen an die Verantwortlichen der Firma Polygon aus der Sicht des betroffenen Anwenders … – und offene Antworten darauf …

Welche Anforderungen stellen Anwender an den Bedienkomfort einer Software?
Die häufigste Anforderung ist: „Es muss schnell gehen!“ besonders die Eingabe von Information. Das heißt: Anwender wollen eine Benutzeroberfläche, wo Zusammengehöriges auch „am Stück“ erfasst werden kann. Sie wollen ein- und dieselbe Information ganz sicher auch nur einmal eintippen. Und das alles mit möglichst wenigen „Klicks“ [der Mouse] – diese letzte Anforderung hat schon fast Kultstatus.

Was meinen Sie mit „Zusammengehöriges“ und „am Stück“?
In der industriellen Fertigung spricht man gerne von Standardmoduln. Automobilbauer z.B. setzen einen ganzen Armaturen-Modul ein und nicht mehr jedes Instrument oder Bedienelement einzeln. In ganz ähnlicher Weise erwarten die Anwender standardisierte Moduln bei der Eingabe: Zur Person gehört z.B. immer die Kontaktadresse und telefonische Erreichbarkeit. Diese drei Objekte sollen in einer Maske angeboten werden und nicht in drei verschiedenen Masken, die man erst öffnen und befüllen muss, um hinterher noch die Person mit der Adresse und die Person mit ihrer telefonischen Erreichbarkeit verbinden zu müssen.

Natürlich sind nicht alle „Moduln“ so einfach: Denken Sie z.B. an eine Rockerorganisation. Wir haben dafür in Polys Bäume eingerichtet, die die Struktur einer solchen Rockerorganisation nachbilden, also das „Führungspersonal“ mit den Rollen des President, Vice President, des Schatzmeisters etc; die Mitglieder bw. Mitgliedsanwärter usw. Solche Bäume, die bekannte Informationsstrukturen widerspiegeln, gibt es aber auch für die Straftat und die damit in Verbindung stehenden Objekte, wie z.B. Tatverdächtigte, Geschädigte, Ortsangaben u.ä und für viele andere Standardbeziehungen zwischen Objekten, die bei der kriminalistischen Arbeit vorkommen. Der Anwender muss also nicht jede einzelne Beziehung selbst bedenken und „fädeln“, denn das hält enorm auf!

Wichtig ist darüber hinaus auch, dass Gleiches auch immer gleich aussieht. Die gerade beschriebenen Moduln der Bedienoberfläche sollen also in jeder Anwendung genau gleich aussehen und zu bedienen sein. Das setzt voraus, dass alle Anwendungen das gleiche Informationsmodell nutzen, die gleichen Kataloge und die gleichen Masken und Bäume. Eine entsprechende Vereinheitlichung wurde in den Polys-Fachanwendungen 2010 vorgenommen; seitdem sind sie „harmonisiert“.

Spielen Sie mit „nur einmal eintippen“ auf das Thema „Einmalerfassung“ an?!
Mehr als das: Hinter der Begriff „Einmalerfassung“ steckt ja die Anforderung, dass Information über ein bestimmtes Objekt, sagen wir eine Person namens „Gregor Mustermann, …“ exakt einmal im System vorkommen soll. Dafür sorgen wir ohnehin durch den sogenannten „Watchdog“ im System. Der überwacht, eben wie ein Wachhund, ob es das gerade eingegebene Objekt schon gibt. Der Anwender kann dann entscheiden, ob er dieses Objekt / diese Person gemeint hat und kann das Objekt übernehmen. Das sorgt dafür, dass an sich vorhandene Information nicht übersehen wird.

Die Forderung „nur einmal eintippen“ kam erstmals vor einigen Jahren aus dem Bereich Kriminaltechnik. Stellen Sie sich vor, dass von ein- und derselben Tür an einem Tatort 13 Klebebandabzüge als Spuren genommen wurden. Die Spurennummer ändert sich jeweils, doch die Angaben zur „Art der Sicherung“ und ähnliches bleiben immer gleich. Trotzdem muss man 13 Spuren-Objekte anlegen. Für solche Zwecke kann man mit einer Tastenkombination einfach den Inhalt aus dem gleichen Feld der zuletzt genutzten Maske in die aktuelle Maske kopieren. Geht blitzschnell!

Beim Arbeiten an einem „Fall“ hat man es ja häufig mit den gleichen Informations“objekten“ zu tun. Gibt es dafür eine Art von „Copy and Paste“-Funktion?!
Im Ergebnis: Ja! In der Bedienung eigentlich noch schneller als Copy and Paste. Wenn man ein Objekt „einfügen“ möchte, das es im System bereits gibt, genügt es, wenige Anfangsbuchstaben in einem oder mehreren Datenfeldern oben in der Maske einzutippen, also z.B. „Mus.“ im Feld Familiennamen, wenn Herr Mustermann gewünscht ist und dann das ‚Suchen‘-Symbol. Es werden dann unten rechts am Bildschirm die Namen sämtlicher Personen angezeigt, deren Familienname mit diesen Zeichen beginnt. Den Namen der gewünschten Person kann man anklicken und in die Maske ziehen. Damit wird dieses Objekt an der aktuellen Position im Baum eingehängt (also z.B. als Halter eines Fahrzeugs). Nur um Missverständnisse zu vermeiden, sollte ich noch erwähnen, dass jeder Anwender natürlich nur solche „Objekte“ angeboten bekommt, die er auch sehen und nutzen darf.

Sind damit Ihrer Erfahrung nach alle Wünsche von Anwendern erfüllt?!
[lacht …] Anwender mit Interesse am System aber ohne Wünsche sind mir in meinem Berufsleben bisher nicht begegnet … Nein, Spaß beiseite! Es gibt immer noch Wünsche, aktuell scheinen wir jedoch im Bereich der Erfassung ein Komfortlevel erreicht zu haben, mit dem die Anwender zufrieden sind.

Und im Übrigen können wir auch die ultraschnelle Eingabe anbieten, nämlich mit Spracheingabe. Ich nutze das selbst täglich. Da muss dann gar nichts mehr getippt werden. Für Anwender, die häufig bzw. sehr viel zu erfassen haben, wäre das sehr sinnvoll, weil es Zeit spart und Stress reduziert. Doch das scheint an den Kosten von – geschätzt: zwei bis dreihundert Euro pro Arbeitsplatz für das Headset und die Spracheingabesoftware – zu scheitern. Was wiederum ein schönes Beispiel für unsere Milchmädchenrechnungen wäre

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