Wer steckt dahinter?!

Ich bin in Würzburg geboren und in Lohr, am Rande des Spessarts, aufgewachsen und habe dort Abitur gemacht.

Während der Schulzeit habe ich im Betrieb meines Vaters eine kaufmännische Lehre absolviert – eine durchaus nützliche Anstrengung, die mir als „Kaufmann mit abgeschlossener Lehre“ während des Studiums wesentlich einträglichere Nebenverdienstmöglichkeiten bescherte, als den üblichen StudentInnenjob. Das war auch notwendig für ein Studium in München, das sich schon damals durch exorbitante Miethöhen auszeichnete – jedenfalls aus Sicht einer Studentin. Das Studium selbst am ehrwürdigen Institut für Zeitungswissenschaften (später umbenannt zu Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung) strotzte von Theorie und erwies sich als eine frühe Enttäuschung meines Lebens: Denn die erhoffte journalistische Basisausbildung blieb unter dem Firnis der Theorie eher auf der Strecke.

Mein Partner, nach seinen Initialen „SB“ genannt und seit langer Zeit der beste Ehemann von allen, hatte zeitgleich sein Mathe- und BWL-Studium vorangebracht, was für ihn vor allem bedeutete, sich im Rechenzentrum der Uni zu beschäftigen. Irgendwas war immer zu tun – Lochkarten stanzen, Jobs zu jeder unmöglichen Nacht- und Tageszeit, wenn man eben Rechenzeit erhalten hatte, einzulegen und zu entnehmen, Protokolle abzuholen usw. usw. Nach dem Studium war bei uns der Wunsch angesagt, endlich eigenes Geld zu verdienen. Beides zusammen mündete bei einem Ingenieurbüro, das Fachkräfte an Siemens-IT „vermietete“. SB schrieb Prüfprogramme für Leiterplatten, was ihm eine profunde Kenntnis über Hardware und Software der frühen DV-Jahre verschaffte. Auch ich erhielt ein Job-Angebot bei Siemens: „Wenn Sie Theaterwissenschaften studiert haben“, teilte mir der Abteilungsleiter beim Einstellungsgespräch mit, „können Sie auch technische Handbücher für uns schreiben“. Mein Einwand, dass ich Zeitungswissenschaften studiert hatte und von IT wenig Ahnung habe, mündete in einer Kaskade von Siemens-internen Schulungsveranstaltungen, deren erster mit „Assembler für Fortgeschrittene“ betitelt war und deren letzter abschloss mit „Grundlagen des Programmierens“. Gottlob war SB zu Hause, der allzu schiefe Missverständnisse jeweils am Wochenende wieder gerade rückte.

Danach schrieb ich Systembeschreibungen und Bedienungsanleitungen für Großrechner-Programme von Siemens. Eine Glückszeit insofern, als damals „die Manualredaktion“ bei Siemens aufgebaut und investiert wurde in Methoden und Werkzeuge (und Personal), um gute technische Dokumentationen zu schreiben. TEKOM, der noch heute führende Fachverband für technische Kommunikation und Informationsentwicklung ging aus dieser Redaktion hervor.

Nicht ganz so glücklich verlief die Geschäftsbeziehung zwischen unserem „Verleiher“ und Siemens. Denn wenige Monate später wurde uns mitgeteilt, dass man das Vertragsverhältnis mit der Verleihfirma nicht fortsetzen, uns beide jedoch gerne weiter behalten wolle. Da wir uns für ein Berufsleben als „Siemens-Beamte“ nicht recht erwärmen konnten, wurden wir selbstständig: Außerdem heirateten wir und keine vier Wochen später war die Genesys GmbH gegründet und gegenüber Siemens präsentiert.

Wie es weiterging mit der jungen Firma lesen Sie hier …